Klimakonferenz in Cancún

Seit dem 29.11.2010 wird auf dem UN-Weltklimagipfel wieder diskutiert, wie sich die globale Erwärmung aufhalten und die Reduktion von Treibhausgasemissionen mit globalen wirtschaftlichen Interessen vereinbaren lässt. Die Ziele von Klimaschützern und tatsächliche Chancen der Klimakonferenz stimmen dabei nicht immer überein

Wer verhandelt eigentlich worüber?

Problem: Globale Erwärmung
Das Problem der globalen Erwärmung ist mittlerweile jedem bekannt. Durch den Anstieg von Treibhausgasen in der Atmosphäre wird der Klimawandel verursacht, der sich in einer Zunahme von Naturkatastrophen wie Dürren, Überschwemmungen, Schmelzen der Pole etc. äußert und so den Lebensraum von Mensch und Tier bedroht.
Um allzu folgenschwere Konsequenzen der globalen Erwärmung noch zu verhindern, müssen die CO₂-Emissionen weltweit bis 2050 halbiert werden. Nur so kann das 2-Grad-Ziel erreicht werden, welches besagt, dass sich die globale Temperatur insgesamt nur um 2 Grad Celsius gegenüber vorindustrieller Zeit erwärmen darf.

Ziel: Internationale Klimaschutzpolitik
Seit 1992 gibt es auf der Basis eines Rahmenübereinkommens über Klimaänderungen der Vereinten Nationen regelmäßig Klimagipfel, um eine internationale Klimaschutzpolitik festzulegen. Das UN-Übereinkommen wird ergänzt durch das 2005 ratifizierte Kyoto-Protokoll, welches die Menge der Treibhausgase festlegt, die von Industrieländern ausgestoßen werden dürfen; Entwicklungs- und Schwellenländer sind von dem Abkommen ausgenommen. Die einzige Industrienation, die das Protokoll bis zum heutigen Tag nicht ratifiziert hat, sind die USA.

Zukunft von Kyoto: Industrie- vs. Entwicklungsländer
Jedes Jahr treffen sich also Delegierte aus aller Welt auf der UN-Klimakonferenz, um über eine globale Klimaschutzpolitik zu verhandeln. Da das Kyoto-Protokoll im Jahr 2012 ausläuft, wird derzeit über ein mögliches Nachfolgeabkommen verhandelt. In den letzten Jahren haben besonders Schwellenländer wie z.B. China und Indien, die im Kyoto-Protokoll nicht berücksichtigt werden, ihren Ausstoß von Treibhausgasen enorm erhöht. Aus diesem Grund fordern viele Industrienationen eine Aufnahme der Entwicklungs- und Schwellenländer in ein mögliches Nachfolgeabkommen mit Vorschriften über die Höhe ihrer Treibhausgasemissionen – Entwicklungs- und Schwellenländer hingegen bestehen auf der Verlängerung des Kyoto-Protokolls.

Reale Ziele in Cancún

Wie steht es um den Erfolg der Konferenz?
Es ist Endspurt angesagt und die heißeste Phase der Debatten und Verhandlungen ist erreicht. Oberstes Ziel in Cancún ist es deshalb ein weiteres Mal, ein Klimaabkommen zu vereinbaren, das von allen Teilnehmern unterzeichnet und später ratifiziert wird und dazu führt, die Emissionen global zu senken.
Schon letztes Jahr in Kopenhagen hatten sich die Teilnehmerländer nicht auf ein neues Klimaabkommen zur Nachfolge des Kyoto-Protokolls einigen können, weshalb der Klimagipfel damals als gescheitert erklärt wurde. Insbesondere China und die USA, die weltweit größten Klimasünder, gerieten bei den Verhandlungen über ein neues Klimaschutzabkommen immer wieder aneinander.
Auch bei der diesjährigen Klimakonferenz in Cancún scheint es, als sei keiner zu Kompromissen bereit – ein Scheitern des Gipfels zeichnet sich ab. Experten rechnen in einem solchen Fall mit dem Ende der globalen UN-Klimapolitik.

Regenwälder, Entwicklungshilfe und Emissionshandel
Im Fokus lagen in Mexiko besonders der Handel mit Emissionsreduktionszertifikaten, finanzielle Hilfen für Entwicklungsländer und Maßnahmen zur Rettung der Regenwälder.
Der Emissionshandel gilt als wichtigste Maßnahme, den CO₂-Ausstoß weltweit zu verringern und so das 2-Grad-Ziel zu erreichen. Langfristiges Ziel ist es deshalb, den internationalen Handel mit CO₂-Emissionszertifikaten festzulegen.
Außerdem wurde die Frage diskutiert, wie finanzielle Hilfen für Entwicklungsländer aussehen sollen, die unter den Folgen des Klimawandels leiden. Die EU hatte in diesem Kontext angekündigt, zinsgünstige Kredite an Entwicklungsländer zu vergeben. Von Seiten vieler Entwicklungshelfer wird das allerdings kritisiert, da Kredite die Schulden armer Länder auf lange Sicht vergrößern würden.
Besondere Bedeutung bei der Klimakonferenz in Cancún kam der Rettung der Regenwälder zu. Die Abholzung der Wälder gilt nach dem Industriesektor als zweitgrößter Verursacher von CO₂, sodass Lösungen gesucht wurden, wie der Waldschwund nachhaltig verhindert werden kann.

Wie es weitergeht…
Bis morgen wird in Cancún noch gestritten und verhandelt. Bisher sieht es gar nicht so aus, als würden die Teilnehmer auf einen gemeinsamen Nenner kommen. Scheitert die Konferenz – und danach sieht es momentan aus – sagen Fachleute das Ende der internationalen Klimapolitik voraus. Emissionshandel, Schutz der Regenwälder usw. könnten nicht mehr global geregelt werden. Gerade dann ist das Handeln des Einzelnen gefragt, um unsere Erde vor den schlimmsten Folgen des Klimawandels zu bewahren.

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