E10: Was kann das Bio-Benzin?

Heute findet der „Benzin-Gipfel“ in Berlin statt, bei dem es um Deutschlands derzeitiges Thema Nummer eins geht: den Kraftstoff E10. Der Biosprit beschäftigt Politik, Autofahrer und Umweltverbände gleichermaßen, aber wie steht es eigentlich wirklich um E10? Wir haben das Bio-Super unter die Lupe genommen  – und die Gefahren, Umweltauswirkungen und Klimabilanz des Biosprits aufgedeckt.

Ausgangslage: Worum geht es eigentlich?
Das Benzin „Bio-Super“ E10 ist ein Treibstoff mit 10 % Bioethanol, das aus Weizen, Mais oder Zuckerrüben hergestellt wird. Seit Anfang des Jahres wird E10 in Deutschlands Tankstellen eingeführt mit dem Ziel, die Emissionen des Treibhausgases CO₂ zu reduzieren. Da aber etwa 3 bis 4 Millionen Autos in Deutschland das Benzin nicht vertragen, E10 außerdem Motoren eher verschleißen lassen soll und der Sprit zudem in der Kritik von Umweltschützern und Wissenschaftlern steht, tankt die Mehrheit der Deutschen weiterhin das teurere herkömmliche Benzin.

Problem Nummer 1: Verträgt mein Auto E10?
Etwa neun von zehn Autos in Deutschland vertragen E10. Solltest du dir unsicher sein, informiert im Internet der ADAC der auch der Spiegel darüber, welche Autos Bio-Super nicht tanken dürfen.
Hinzu kommt die Frage, ob das Benzin Motoren schneller verschleißen lässt. Die Wassermenge im Motor nimmt durch den Ethanolanteil im Benzin zu. Dieses Wasser kondensiert während der Verbrennungsprozesse und kann dann möglicherweise ins Öl gelangen, das dadurch verdünnt. Somit könnten häufigere Ölwechsel notwendig werden. Experten raten deshalb, den Ölstand öfter zu überprüfen, um eine eventuelle Verdünnung des Öls rechtzeitig zu entdecken.

Problem Nummer 2: Hat E10 wirklich eine positive Klimabilanz?
Schon seit Jahren steht Biosprit in der Kritik von Umweltschützern und Wissenschaftlern, die in der Nutzung von Bioethanol keine positiven Umwelt- und Klimaauswirkungen sehen. Neben der Produktion mit energieintensiven Landmaschinen, Dünger und Transport fällt vor allem die Flächengewinnung für den Anbau ins Gewicht. Will man das vorgegebene Ziel erreichen und 10 % der Straßenverkehrs-Treibstoffe in Deutschland durch Agrotreibstoffe ersetzen, würde man dafür etwa 27 % der Felder in Deutschland dafür benötigen. Um dieser Nachfrage nachzukommen und auch die Lebensmittelindustrie weiter zu decken, müssten Wälder und Grünflächen für landwirtschaftliche Zwecke im In- und Ausland weichen. Egal ob importiert oder vom eigenen Acker, der Produktionsaufwand von Agrotreibstoff scheint die Klimabilanz von E10 eher ins Negative zu befördern.

Unser Fazit:
Wir halten E10 aus Klima-Sicht für nicht empfehlenswert, sollte es nicht gelingen, den Sprit aus Abfallresten der Landwirtschaft zu gewinnen, denn durch den extra Anbau können die CO₂-Emissionen durch den hohen Aufwand nicht gesenkt werden.
Die Sorge um den möglichen Verschleiß des Motors sollte die kleinste sein vor dem Hintergrund anderer Folgen des Benzin-Tankens wie der Bereicherung von Staatsoberhäuptern wie Gaddafi, der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko oder des Klimawandels an sich. Deshalb plädieren wir dem Planeten zuliebe für eine generelle Reduktion des Benzinverbrauchs. Zwar sind da vor allem Autohersteller gefragt, aber auch Autofahrer können ihren Teil leisten und energiesparender fahren oder häufiger auf klimafreundliche Transportmittel umsteigen.

Zusätzliche Info:
Spiegel Online hat die CO₂-Bilanz von E10 im Vergleich zu anderen Kraftstoffen in einer Grafik aufbereitet.

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