Die Kompensation mit Bäumen: Warum Waldprojekte fragwürdig sind

Der Baum – er ist das Symbol unserer Umwelt. Und auch bei Klimaschutz denken die meisten an einen Baum, denn er hält unsere Luft sauber, spendet Schutz, Schatten und Nahrung und wandelt CO₂ in Biomasse um. Was liegt da also näher, als für den Ausgleich von CO₂-Emissionen einen Baum zu pflanzen oder Wald zu schützen?

In der Tat sind die Wälder unserer Erde große Kohlendoxidspeicher – die fortschreitende Rodung ist für etwa 20 bis 25 % des globalen CO₂-Ausstoßes verantwortlich. Daher scheint die Unterstützung von Wiederaufforstungsprojekten eine sinnvolle Maßnahme im Kampf gegen die globale Erwärmung zu sein. In solchen Aufforstungsprojekten, auch Senkenprojekte genannt, werden die Eigenschaften des Baumes und des Bodens für die Bindung von Kohlendioxid aus der Atmosphäre genutzt.

Dennoch sind Aufforstungsprojekte aus unserer Sicht nicht für den Ausgleich von CO₂-Emissionen geeignet, denn als Kompensationsprojekt muss die dauerhafte Bindung des Klimagases CO₂ sichergestellt werden. Das gestaltet sich jedoch als kompliziert, denn die Berechnungsmethoden sind komplex und die Überwachung von Wäldern sehr schwierig:

  • Die gespeicherte Menge CO₂ ist schwer zu bestimmen und stark vom erreichten Alter des Baumes abhängig.
  • Der Wald muss gegen Rodung gesichert sein, gleichzeitig darf keine Verschiebung stattfinden und an anderer Stelle gerodet werden.
  • Brände und illegaler Holzeinschlag müssen verhindert werden.
  • Durch die natürliche Auslese sterben in der Wachstumsphase viele Bäume ab und nur ein Teil kann als CO₂-Speicher fungieren.

Nur sehr hochwertige Projekte, die einen dauerhaften Erhalt der Wälder und Biodiversität mit einer besonderen Zertifizierung gewährleisten, können als Kompensations-Projekte zugelassen werden. Im besten Fall tragen dann positive Zusatzeffekte wie der Erhalt der Artenvielfalt und Schutz der Wasserreserven zum Umweltschutz bei.

Die Verhinderung weiterer Rodung und Entwaldung ist übrigens die beste Variante für die Reduktion der zunehmenden CO₂-Emissionen. Doch auch hier mangelt es oftmals an der Durchsetzung und Kontrolle vor Ort. Deshalb unterstützt ecogood derzeit nur Projekte mit der höchsten Anerkennung und Zertifizierung, in denen eine quantifizierbare CO₂-Einsparung gewährleistet wird. Unsere Klimaschutzprojekte treiben die Energieversorgung auf Basis erneuerbarer Energien und die Energieeffizienz voran und ersetzen dadurch fossile Brennstoffe. Sobald in Waldprojekten die nötige Kontrolle durchgeführt und die Speicherung von CO₂ sichergestellt werden kann, werden auch wir die Aufforstung gerne unterstützen.

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