Die Kaufentscheidung aus dem Bauch erhält prominente Unterstützung: Der Product Carbon Footprint (PCF)

Am vergangenen Mittwoch nahm ich für ecogood an einem Workshop von Bundesministerium für Umwelt (BMU) und Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) teil – das Thema: „Produktbezogene Klimaschutzstrategien – Product Carbon Footprint (PCF) verstehen und nutzen“.

40 % unserer klimarelevanten Emissionen liegen – oft versteckt – in Konsum und Ernährung. Ist der Apfel aus Deutschland jetzt klimafreundlich oder nicht? Die Antwort ist nicht leicht ersichtlich und lautet: Je nach Jahreszeit. Dieses Beispiel macht deutlich, dass der Verbraucher mehr Einblick braucht, um seine Kaufentscheidung klimafreundlich auszurichten.

Voraussetzung für die Bewertung der Klimarelevanz von Produkten ist der „CO2-Fußabdruck“ von Produkten: Im Product Carbon Footprint werden alle klimarelevanten Emissionen eines Produktes über die Rohstoffbeschaffung, die Produktion und die Distribution zum Verbraucher und weiter über die Nutzungsphase bis zur Entsorgung bilanziert. In Ländern wie England, Frankreich und Japan stößt man derzeit bereits häufiger auf Produkte (z. B. bei Lebensmitteln), die den PCF zur Kundenkommunikation angeben – aufgrund der schwierigen Vergleichbarkeit ist das aber nicht unumstritten.

Nachhaltige Produktion und nachhaltiger Konsum sind wichtige Ansatzpunkte für Umwelt- und Klimaschutz und so ist das Interesse für PCFs besonders groß – sowohl von Seiten der Konsumenten, als auch von Seiten der Produzenten. Aber auch Grenzen wurden auf dem Workshop deutlich, da im Carbon-Footprint ja zunächst nur die CO2e-Emissionen bilanziert werden. Diese korrelieren aber oft mit Energie- und Ressourcenverbrauch und so können oft gleichzeitig Effizienzpotenziale entlang der Wertschöpfungskette gehoben werden. Deshalb ist der PCF auch als Analyseinstrument entlang der Wertschöpfungskette attraktiv. Parallel wird schon an einem Water-Footprint gearbeitet.

Die Berechnung des PCFs über den gesamten Lebensweg ist aufwendig und eine international einheitliche Methodik angelehnt an die Ökobilanzierung ist erst in der Entwicklung. In einem ersten Pionierprojekt in Kooperation mit dem Öko-Institut, dem WWF, dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und THEMA1 wurden erste Produkte ausführlich analysiert. Die Ergebnisse erzeugen nicht selten Aufmerksamkeit, wenn zum Beispiel die Transportemissionen in diesem ökologischen Bereich anteilig gering ausfallen, da pro Tonne Produkt im Schiffstransport i. d. R. geringe Emissionen auftreten – ganz anders im Falle von Luftfracht. Außerdem ist bei vielen Produkten der Verbraucher selbst mitverantwortlich, gerade wenn der Löwenanteil der Emissionen in der Nutzungsphase des Produktes anfällt (Beispiel: Shampoo, Waschmittel).

Auch wenn eine reine CO2-Zahl keine ausreichende Kommunikation zur Umweltrelevanz eines Produktes darstellen kann, wird die Entscheidung vor den Einkaufsregalen aus dem Bauch heraus hoffentlich bald Unterstützung erfahren.

Mehr zum Thema:

Leitfaden: Produktbezogene Klimaschutzstrategien: Product Carbon Footprint richtig verstehen und nutzenZusammenfassung des Leitfadens von BMU und BDI

www.Pcf-projekt.de

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort auf Die Kaufentscheidung aus dem Bauch erhält prominente Unterstützung: Der Product Carbon Footprint (PCF)

  1. Pingback: Wie erreichen wir einen wirklich klimaverträglichen Konsum? | ecogood – save money and the planet

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>