Dem Klima auf der Spur – das Klimahaus Bremerhaven

Wir waren für euch mal wieder in Klimamission unterwegs, diesmal in Bremerhaven. Dort steht seit etwa zwei Jahren das Klimahaus 8°Ost. 8°C Ost?Das ist der Längengrad, auf dem das Klimahaus steht. Er führt, zusammen mit seinem Gegenstück, 172°West, einmal um den Globus. Wir haben uns auf diese Erdumrundung begeben. An einem Tag besuchten wir die Schweiz, Sardinien, Niger, Kamerun, die Antarktis, Samoa, Alaska und die Hallig Langeneß. Man lernt dabei jeweils einige Bewohner kennen, begleitet sie durch ihren Alltag und erlebt unter welchen Klimaeinflüssen sie leben. Während in der Schweiz ein Gletscher wartet, empfängt den Besucher in Niger trockene Hitze. In Kamerun gilt es einen tropischen Regenwald zu durchlaufen, gleich danach bietet die antarktische Eislandschaft Abkühlung.

Zwar erfährt man etwas wenig über die Gründe für diese verschiedenen Gegebenheiten, stattdessen erhält der Besucher aber einen interessanten Einblick in die Lebensweise seiner Mitmenschen vom gleichen Längengrad. Dieses Konzept ist wirklich spannend. Man fühlt sich Vaniah, dem jungen Musiker, dem man in Samoa begegnet, seltsam nah, auch wenn er am anderen Ende der Erde lebt. Gleichzeitig ist die Ausstellung toll umgesetzt. Statt von einer Glasvitrine zur nächsten zu laufen, erlebt man die Orte. In der Schweiz wird ein Berg bestiegen und sich im Jauchzen zu versucht, in Samoa genießt man am seichten Strand fast echtes Südseefeeling.

Und alle, die doch noch mehr Informationen brauchen, können nach der „Reise“ die anderen Themenbereiche des Klimahauses besuchen. Welche Faktoren Wetter und Klima beeinflussen, zeigen die Experimente von „Elemente“. „Perspektiven“ informiert über die Geschichte des Klimas, seiner Erforschung und wagt einen Ausblick in die Zukunft. Besonders toll ist aber „Chancen“. Hier wird die Eintrittskarte zum eigenen Klimakonto, auf dem der zunächst berechnete persönliche CO2-Fußabdruck gespeichert wird. An verschiedenen Stationen kann dann Klimaschutz im Alltag erlebt werden. Beispielsweise sollen in einem Supermarkt möglichst klimafreundliche Produkte mit einem Handscanner ausgewählt werden, auch einen Fahrsimulator gibt es. Schließlich können an interaktiven Terminals die eigenen Wünsche für die Klimakonferenzen  formuliert werden.

Alles in allem eine runde Sache! Man sollte sich aber auf jeden Fall die Zeit für alle Ausstellungsteile nehmen. Eine Beschränkung auf die Längengradreise ist doch etwas informationsarm. Für die komplette Klimahaustour braucht man dann zwar einen ganzen Tag, der sich aber auf jeden Fall lohnt!

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