Bundesliga: Wer ist deutscher Klimaschutz-Meister?

Bundesliga: Meister im KlimaschutzDer BVB ist dieses Jahr zu Recht Deutscher Meister geworden. Die Meisterfeier und das Hinspiel der Relegation sind vorbei, die Tabelle steht fest. Wir haben aber mal mit der Klima-Brille auf die Bundesliga-Vereine geschaut – und festgestellt, dass so einiges durcheinander gerät…

Betrachtet man die Clubs der ersten Liga von der Klimaschutzsicht aus, gerät die Tabelle ordentlich durcheinander. Allerdings muss man zwischen verschiedenen Faktoren unterscheiden, denn zwischen Energiemanagement in den Stadien und Klimafreundlichkeit der Sponsoren klaffen oft Lücken. Zudem hat PETA ein Ranking bezüglich des Angebots und der Zugänglichkeit vegetarischer und damit CO₂-reduzierter Speisen für die Fans erstellt, das ebenfalls ausschlaggebend für die Klimafreundlichkeit der Fußballclubs ist.

Dortmund beispielsweise siedelt sich nach diesen Faktoren im unteren Feld der Tabelle an – denn auch wenn der Verein eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Stadions hat, spricht der Hauptsponsor Evonik, der in Deutschland neun Kohlekraftwerke betreibt, nicht gerade für die Klimafreundlichkeit der Borussen.

Klimaschutz im FußballAn die Spitze der Klimaschutz-Tabelle setzt sich Mainz 05, der erste Club der Liga, der sich klimaneutral nennt. Durch Ökostrom und Energiesanierung des Stadions spart der Verein 250 Tonnen CO₂ jährlich ein und kompensiert den Rest durch Aufforstungsprojekte in Kanada. Allerdings ist die Kompensation mit Wald- und Aufforstungsprojekten fragwürdig (vgl. Blog: Die Kompensation mit Bäumen). Aber auch sonst engagieren sich die Mainzer für Klima und Umwelt: die Mannschaft erhielt eine Klimaschutz-Taktikschulung, ernannte einen Klima-Botschafter und der Verein sorgte in der Saison für einen autofreien Spieltag, an dem die Fans nicht mit dem Auto zum Stadion kommen, sondern auf klimafreundliche Verkehrsmittel umsteigen sollten.

Der Hauptsponsor der Mainzer, Entega, ein großer Ökostromanbieter, beliefert auch den HSV mit Energie aus erneuerbaren Quellen. Zudem wird das Stadion des Hamburger Vereins saniert, das danach bis zu 30 % weniger Energie verbrauchen soll und der Club kompensiert die durch die Flüge der Spieler entstehenden CO₂-Emissionen. Allerdings prangt auf den Trikots der Hamburger die Aufforderung des Hauptsponsors, „Fly Emirates“, womit das Bestreben nach Klimaschutz wieder zunichte gemacht wird. Was das Angebot vegetarischer, klimafreundlicher Speisen in den Stadien angeht, schneiden sowohl der HSV als auch Mainz am schlechtesten aller Vereine ab.

Deutscher Meister KlimaschutzIn Nürnberg, Kaiserslautern und Freiburg sorgen große Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Stadien für grünen Strom und auch auf dem Dach des Weserstadions wird eine Anlage installiert, die doppelt so groß wie das darunter liegende Fußballfeld werden soll. Allerdings fehlt vielen Clubs die Konsequenz, denn so heißt beispielsweise der Hauptsponsor des FC Nürnberg Areva, bei dem es sich um den weltgrößten Nukleartechnik-Konzern handelt. Damit rutscht der Verein in den Keller der Tabelle.
Der FC Bayern und Schalke 04 haben ihre Nasen vorn, was das Essensangebot vegetarischer Speisen betrifft, siedeln sich von der Klimabilanz aber eher im Mittelfeld an.

Alles in allem bleibt also am Ende Mainz 05 an der Tabellenspitze des Klimaschutzmeister-Rankings. Durch sein Klima-Engagement, aber auch durch schwache Konkurrenz, lässt der Verein die anderen Clubs hinter sich.

Wir freuen uns schon jetzt auf den Start der nächsten Saison und freuen uns auf neue Klimaschutzmaßnahmen der Vereine, damit einer spannenden Bundesliga mit einem neuen Meister nichts im Wege steht.

Ranking nach Sponsor:
Die Greenpeace Magazin-Tabelle

Ranking nach Essen:
PETA Ranking der vegetarierfreundlichsten Stadien

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